Burn-out-Syndrom: Seelischer Kolbenfresser!

Erschienen im: Polizei - Dein Partner, Magazin der Gewerkschaft der Polizei, Sonderauflage zum Arbeitsschutzsymposium IV
Im Jahr: 2012
Autor: Diplom-Pädagoge Andreas Winter
Es beginnt meist harmlos, unauffällig und schleichend. Die Erleichterung, dass endlich Feierabend ist, das Gefühl, mor-gens schlechter wach zu werden sind deutliche Vorboten. Doch es steigert sich: Gereiztheit wechselt sich mit Niederge-schlagenheit ab. Antriebslos und überfor-dert bringt man den Tag hinter sich – nicht nur den Arbeitstag, nein, der ganze Tag, das ganze Leben ist plötzlich wie ein hoher Berg, den man einfach nicht mehr bewältigen kann. Alkohol und Tabletten erscheinen wie Strohhalme, an die man sich klammern möchte, im Wissen dass einen nichts mehr vom Untergang bewah-ren kann. Die Rede ist vom Burn-out-Syndrom. Zwar medizinisch nicht als Krankheit akzeptiert, greift die körperliche und psychische chronische Überforderung um sich wie ein Flächenbrand. Schätzungen gehen davon aus, dass in Deutschland zwischen 10 und 25 Prozent aller Erwerbstätigen bereits Erfahrungen mit chronischer Ausgebranntheit gemacht haben, jeder Neunte gilt als behandlungsbedürftig.