Andreas Winter im Spirit Talk: Wie Denken, Emotionen und frühe Prägungen unser Leben beeinflussen

Welche Rolle spielen unsere Gedanken, Emotionen und frühen Erfahrungen für unser körperliches und seelisches Wohlbefinden? Darüber spricht Andreas Winter im ausführlichen Spirit Talk mit Thomas Schmelzer von Mystica TV.

Im Mittelpunkt des rund 50-minütigen Gesprächs steht zunächst eine sehr persönliche Geschichte: Andreas Winter berichtet von seiner erneuten Krebserkrankung im Jahr 2020, von einer medizinisch äußerst schwierigen Situation und von seiner Entscheidung, sich einer intensiven Chemotherapie zu unterziehen. Gleichzeitig schildert er, welche Bedeutung Hoffnung, Lebenswille und die Beziehung zu seiner heutigen Frau für ihn in dieser Zeit hatten.

Der Blick hinter das Symptom

Seit mehr als 30 Jahren beschäftigt sich Andreas Winter mit der Frage, welche unbewussten emotionalen Prägungen das Verhalten und Erleben eines Menschen beeinflussen können. Sein Ansatz besteht darin, nicht ausschließlich auf ein Symptom zu schauen, sondern nach den persönlichen Erfahrungen, Bewertungen und Stressmustern zu fragen, die dahinterliegen könnten.

Im Gespräch erklärt er, warum für ihn insbesondere sehr frühe Lebensphasen eine entscheidende Rolle spielen. Erfahrungen während Schwangerschaft, Geburt und früher Kindheit können seiner Auffassung nach emotionale Grundannahmen prägen, die später durch bestimmte Situationen erneut aktiviert werden.

Ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit ist deshalb die Frage:

Welche Situation erzeugt heute Stress und warum wird gerade diese Situation emotional so stark bewertet?

Emotionale Neubewertung statt positives Denken

Ein weiterer Schwerpunkt des Interviews ist der Unterschied zwischen bewusstem positivem Denken und einer tatsächlichen Veränderung emotionaler Bewertungen.

Nach Andreas Winters Auffassung reicht es nicht aus, sich positive Sätze vorzusagen, wenn man innerlich vom Gegenteil überzeugt ist. Entscheidend sei vielmehr, die ursprüngliche emotionale Bewertung einer belastenden Erfahrung zu erkennen und aus der heutigen Perspektive eines Erwachsenen neu einzuordnen.

Diesen Prozess beschreibt er als einen Reifeschritt und als eine Art „Geburt eines Erwachsenen“.

Dabei geht es um Selbstbewusstsein im ursprünglichen Sinne des Wortes: sich der eigenen Prägungen, Reaktionen und inneren Programme bewusst zu werden und Verantwortung für den eigenen Umgang damit zu übernehmen.

Coaching als Ursachenanalyse

Andreas Winter versteht seine Arbeit nicht als Ersatz für medizinische Behandlung. Auch im Gespräch berichtet er ausdrücklich von seiner eigenen Chemotherapie und weiteren medizinischen Behandlungen.

Seine Arbeit setzt an einer anderen Stelle an: Er möchte gemeinsam mit seinen Klientinnen und Klienten herausfinden, warum bestimmte Situationen Stress auslösen, welche frühen Erfahrungen dabei eine Rolle spielen könnten und wie sich diese emotional neu bewerten lassen.

Dabei bezeichnet er sich selbst augenzwinkernd als „Psychodetektiv“.

Das vollständige Gespräch mit Thomas Schmelzer bietet einen ausführlichen Einblick in Andreas Winters persönliche Geschichte, seine Arbeit und seine Sicht auf Psychosomatik, Hypnose, frühe Prägungen und emotionale Veränderungsprozesse.

 

Das komplette Interview gibt es hier im Video

Hinweis: Die im Interview dargestellten Zusammenhänge und persönlichen Erfahrungen geben die Auffassungen und Erlebnisse von Andreas Winter wieder. Sie stellen keine medizinische Beratung dar. Bei Erkrankungen oder gesundheitlichen Beschwerden sollte eine ärztliche Abklärung und Behandlung erfolgen.