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Juli 2014

Liebe Leserinnen und Leser,

„Lieber einen guten Freund, als 1000 falsche“. Genau das gilt für meinen Newsletter, zu dem Sie sich einst eingetragen haben. Doch da ich persönlich es als nervtötend empfinde, wenn mir einfach nur Werbung ohne nützlichen Inhalt ins Haus gemailt wird, so möchte ich das auch keinem Anderen zumuten. Wenn Sie als Empfänger meines Newsletters also die Augen verdrehen und denken: „Schon wieder blöde Werbung“, dann bitte ich Sie inständig, auf den Abbestell-Link am Ende der Mail zu klicken.

Wenn Sie jedoch bleiben, dann verspreche Ihnen auch weiterhin nützlichen oder interessanten Inhalt aus dem Bereich der Tiefenpsychologie.

Apropos Mail und psychologischer Nutzen: Da sind wir gleich beim Thema:

Ich bekam heute morgen eine Facebook-Nachricht, dass die deutsche Kanzlerin Frau Merkel Nägel kaut. Eine Onychophagie sei als Angststörung ja wohl ein Zeichen dafür, dass man ihr keine Regierungsgeschäfte zutrauen dürfe. Mein Kommentar ist: „Ich habe diese Frau zwar nicht gewählt, aber ich frage mich, ob eine Onychophagie wirklich ein Kompetenzkriterium für eine Kanzlerin ist. ‚Wer von Euch ohne Fehl ist, werfe den ersten Stein’.“ Und ich ergänze, Frau Merkel ist Sternzeichen Krebs und eine Frau. Sie ist nun einmal sensitiv und emotional, zwei Eigenschaften, die ich für die Menschenführung enorm wichtig halte. Was genau hinter dem Nägelkauen steckt habe ich in meinem Buch „Heilen ohne Medikamente“ von dem es im kommenden Frühjahr eine rundum überarbeitete, entrümpelte und weit ergänzte Neufassung geben wird, beschrieben:

Nägelkauen – Waffen vernichten

Onychophagie heißt der Zwang, an den Fingernägeln zu kauen. Vorsichtige Schätzungen gehen davon aus, dass etwa 16 – 18 % der Erwachsenen und eine noch höhere Zahl der Jugendlichen betroffen sind. Doch was steckt hinter dieser lästigen und schmerzhaften Angewohnheit, für die es in der Schulpsychologie bislang noch keine befriedigende Erklärung und Therapie gibt?

Unsere Fingernägel sind ein Symbol. Entwicklungsgeschichtlich betrachtet sind sie das Überbleibsel unserer Krallen – also Waffen zum Angriff und zur Verteidigung. Das Vernichten dieser Waffen steht für das unbewusste Vermeiden einer Feindesprovokation.

Dies mag Ihnen vielleicht etwas weit hergeholt sein, aber bei einem meiner Kunden habe ich die Analyse und Reflexion im Treppenhaus „mal eben“ durchgeführt.

Michael war mit seinem beruflich erfolgreichen Leben in gesellschaftlicher Anerkennung durchaus zufrieden. Als Anwalt genoss er einen tadellosen Ruf. Im Gerichtssaal wurde er für seine präzise Beweisführung und sein Verhandlungsgeschick geschätzt. Der gestandene Junggeselle Mitte vierzig hatte einen großen Freundeskreis und enge familiäre Kontakte.
Alles war perfekt, wenn da nicht dieses lästige Nägelkauen gewesen wäre. Vor jedem Auftritt im Gerichtssaal verspürte Michael das dringende Bedürfnis, die Nägel aller zehn Finger abzubeißen. Möglichst kurz und ohne auch nur den kleinsten Rest von Ecken und Kanten. Natürlich schämte Michael sich für sein Nagelbeißen anschließend in Grund und Boden, doch er konnte es einfach nicht lassen. Warum?

Hinter dem Bedürfnis, die eigenen Fingernägel kurz, glatt und rund zu kauen, steckt der unterbewusste Wunsch, sich der Welt als absolut friedvoll und ohne jegliche Angriffsfläche zu präsentieren. „Seht her, ich bin unbewaffnet, zudem ohne Ecken und Kanten, die für euch Grund zur Kritik an mir sein könnten“, so lautet die unterbewusste Botschaft an den Angreifer.
In der Symbolik unserer Fingernägel als Waffen zeigt sich, dass hier der Themenkreis der Aggression angesprochen ist. So wird erkennbar, was der psychologische Hintergrund des Nägelkauens ist: die Angst vor der eigenen und fremder Aggression und ein daraus resultierendes übersteigertes Harmoniebedürfnis.
Das Symptom des Nägelkauens tritt immer dann auf, wenn sich der Betroffene seelisch unter Druck gesetzt fühlt, und zwar in dem Moment, wo er spürt, dass eine bewertende Fremderwartung auf ihn zukommt.

Dem Unterbewusstsein ist es dabei völlig egal, ob es sich um eine real existierende Situation oder eine reine Imagination handelt. Manchmal reicht ein spannender Kino-Krimi, bei dem man mitfiebert und weiß, dass gleich der Mörder zuschlägt. Gleichgültig, ob der Auslöser echt oder fiktiv ist, die Stressreaktion ist immer die gleiche: Im Vorfeld der erwarteten Angst-Szenerie beginnt das Nägelkauen, meist unbewusst.

Streng und druckvoll erzogen, hörte Michael in seiner Kindheit häufig elterliche Ermahnungen wie „Sei artig!“, „Streng dich an!“, „Reiß dich zusammen!“, „Sei fleißig, sonst werde ich böse!“, „So was macht ein ordentlicher Junge nicht!“. Daraus entstand das Bedürfnis, den Anforderungen anderer zu entsprechen, um geliebt zu werden. Mitschüler und Lehrer taten ihr Übriges, indem sie in dieselbe Kerbe schlugen.

So konditioniert, löst bei Michael heute die Erwartung, gleich in eine Gerichtsverhandlung zu gehen, den seelischen Druck aus, jetzt perfekt funktionieren zu müssen. Aus diesem Perfektionswunsch heraus macht er sich vorsichtshalber durch das Nägel-rund-und-glatt-Kauen makellos und unangreifbar, um bei den anderen Verhandlungsteilnehmern keine Provokation zu erzeugen.

Neben der nach außen hin sichtbaren Selbstentwaffnung, um unter allen Umständen mit der Umwelt in Frieden und Harmonie zu leben, ist das Nägelkauen gleichzeitig auch eine autoaggressive Handlung. Die innere Aggression, die eigentlich als positive Energie nach außen gerichtet und zum Erreichen der gesetzten Ziele genutzt werden soll, wird unterdrückt. Sie richtet sich gegen den eigenen Körper. Eine Emotion, in diesem Fall die Aggression, die auf der geistigen Ebene gelebt werden will, wird aus Angst vor Ablehnung unterdrückt und auf der körperlichen Ebene realisiert.

Die Nägelkauer verstümmeln sich selbst. Sie beißen (auch das ist eine aggressive Kampf-Handlung) ihre Krallen ab, oft bis hin zur schmerzlichen Verletzung. Es fehlt das Selbstvertrauen in die eigene Stärke; der Mut, trotz Ecken und Kanten – also möglicher Angriffspunkte – zu ihrer Persönlichkeit zu stehen. Denn genau dieses Selbstvertrauen wurde – angesichts eines in der Kindheit für übermächtig gehaltenen Erziehers – aus Angst vor Ablehnung unterdrückt.

Meist ist die individuelle Reflexion und das Bewusstsein für die Symbolik hinter dem Nägelkauen bereits ausreichend, um das Symptom zum Verschwinden zu bringen.

Anwalt Michael nutzt heute außerdem ein einfaches Hilfsmittel als positiven Ersatz für die Angewohnheit des Nägelkauens. Er befriedigt sein Bedürfnis, sich als kultivierter Mensch zu präsentieren, dadurch, dass er seine Nägel regelmäßig auf eine angemessene Länge schneidet, glatt feilt und poliert. So demonstriert er ein gepflegtes Äußeres ohne Aggressionspotenzial.

So weit das Kapitel. Vielleicht liest Frau Merkel ihn ja einmal. Einen Zwang zum Nägelkauen kann ich innerhalb eines Tages beseitigen.
Im Frühjahr 2015 gibt es in meinem neuen Buch mehr Fallbeispiele und spannende Analysen. Bis dahin können Sie sich mit meinen Vorträgen mit Input versorgen oder Sie gehen auf unsere Internetseite www.andreaswinter.de . Hier finden Sie nicht nur Gratismaterial zum Downloaden, sondern in Kürze auch Artikel, Pressestimmen und Kundenfeedbacks.

So weit das Kapitel. Vielleicht liest Frau Merkel ihn ja einmal. Einen Zwang zum Nägelkauen kann ich innerhalb eines Tages beseitigen.
Im Frühjahr 2015 gibt es in meinem neuen Buch mehr Fallbeispiele und spannende Analysen. Bis dahin können Sie sich mit meinen Vorträgen mit Input versorgen oder Sie gehen auf unsere Internetseite www.andreaswinter.de . Hier finden Sie nicht nur Gratismaterial zum Downloaden, sondern in Kürze auch Artikel, Pressestimmen und Kundenfeedbacks.

Das Kernstück unseres Coachings, das Reframing, ist kein Ratschlag und erfordert zur Umsetzung keine Disziplin, sondern verändert schlagartig Einsichten, Gefühle und damit das Verhalten – nachhaltig. Weit über 200 Coaches praktizieren bereits nach diesem Ansatz, den ich in meiner DVD „Heilen durch Erkenntnis“ erläutere. Erhältlich in unserem neuen Shop auf shop.andreaswinter.de/

Dort finden Sie übrigens auch brandneue Edelsteinmischungen zur Wasseraufbereitung. Sie wissen, dass unser Leitungswasser eines der besten Nahrungsmittel überhaupt sein könnte, wenn es nicht durch die Informationen aus den Abwässern „verrauscht“ wäre. Dieses Informationschaos können Sie mit unseren Mischungen wieder beseitigen, das Wasser wird hierdurch organverfügbarer und wirkt oftmals anfangs harntreibend aber auch entgiftend (das merken Sie daran, dass sich der Körpergeruch des Achseschweißes verringert).

Weiterhin gibt es auch noch ein paar neue Seminare – auch für Menschen, die nicht nur „den Kopf unterm Arm“ haben, sondern einen großen Entwicklungsschritt machen möchten (siehe „Das Königsseminar“).

Bis dahin verbleibe ich erst einmal bei diesem Zwischensommer mit einem schönen Gruß aus der Waldstadt Iserlohn,

Ihr Andreas Winter