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Allergien

Kampf gegen den Stellvertreter

Vor einigen Jahren suchte mich ein Mann (37) mit starker Katzenhaarallergie auf, welche die Beziehung zu seiner Freundin belastete, nachdem die beiden zusammengezogen waren. Die geliebte Katze seiner Partnerin lag nachts im gemeinschaftlichen Bett, was ihn stets um den Schlaf brachte. Nach kurzer, tiefenpsychologischer Analyse wurde deutlich, dass er unterbewusst eine alte Eifersucht auf die Katze projizierte. Rund zwanzig Jahre früher bekam sein kleiner Bruder von den Eltern eine Katze und damit noch mehr Aufmerksamkeit der Eltern, als dieser als Zweitgeborener ohnehin schon hatte. Die Katze wurde für den Älteren zu einem unterbewussten Trigger für sein Erstgeborenentrauma. So wie wir das aufdeckten und mit einem Reframing emotional verarbeiteten, verschwand nicht nur die Allergie, sondern auch eine bestehende Missstimmung zwischen den (mittlerweile längst erwachsenen) Brüdern. Allergien treten so gut wie immer mit unterdrückter Wut/Aggression/Enttäuschung auf. Sie sind ein „Stellvertreterkampf“, denn nicht die Allergene machen krank, sondern triggern (erinnern) lediglich die ursprüngliche Stresssituation. Die gesamte Abwehr wird nun auf die Allergene losgelassen, anstelle dem „wahren Feind“ zu begegnen.

Ein Symptom ist keine Krankheit, sondern der Versuch, die Wiederholung einer Traumatisierung zu vermeiden, so behaupte ich. Heilung geschieht dadurch, dass die Ursache bewusst gemacht  und die Gefährlichkeit neu eingeschätzt und heruntergestuft wird.